

Formentera, 26. Mai 2026
Kurz vor Juni und obwohl die Tourismussaison bereits begonnen hat, sind die Strände von Formentera auch am 26. Mai weiterhin auf weiten Teilen der Küste ohne Bojenabsperrung. Die Situation sorgt sowohl bei Einwohnern als auch bei Strandbesuchern zunehmend für Besorgnis, da die Badezonen nicht klar vom Bootsverkehr getrennt sind.
Die Verzögerung ist weder auf technische noch auf meteorologische Probleme zurückzuführen, sondern auf eine administrative Blockade infolge der Einsprüche eines der Unternehmen, das an der öffentlichen Ausschreibung zur Vergabe des Dienstes teilgenommen hatte. Der Streit hat die Unterzeichnung des Vertrags blockiert, obwohl die Bojenabsperrung bereits seit dem 1. Mai hätte einsatzbereit sein müssen.
Währenddessen teilen sich Sportboote, Jetskis und Badegäste denselben Raum – ohne die übliche Trennung, die jeden Sommer die Sicherheitsgrenzen entlang der Küste der Insel festlegt. Das Fehlen von Bojen und ausgewiesenen Fahrkorridoren erhöht das Risiko von Zwischenfällen.
Angesichts dieser Situation hat der Consell de Formentera seine rechtlichen Schritte gegen das Unternehmen, das Einspruch eingelegt hat, intensiviert und das Zentrale Verwaltungsgericht für Vertragsbeschwerden aufgefordert, dringend zu handeln, um das Verfahren freizugeben und die sofortige Installation des Bojenabsperrungssystems zu ermöglichen.
„Behinderndes Verhalten“
Der Ursprung des Konflikts liegt in den zwei Einsprüchen, die eines der bietenden Unternehmen gegen die Vergabe des Vertrags zur Bojenabsperrung eingereicht hat. Das Regierungsteam des Consell beschloss während einer außerordentlichen Sitzung am 29. April, beim Zentralen Verwaltungsgericht für Vertragsbeschwerden eine finanzielle Sanktion gegen das Unternehmen zu beantragen, da es nach Ansicht der Behörde mit „Mutwilligkeit und prozessualem bösem Glauben“ gehandelt habe.
Nach Angaben der Inselinstitution wiederholte der zweite Einspruch nahezu dieselben Argumente wie der erste und habe lediglich das Ziel verfolgt, die endgültige Vergabe eines für die maritime und touristische Sicherheit der Insel als wesentlich angesehenen Dienstes zu verzögern.
Der Consell betonte zudem, dass dieses administrative Vorgehen direkte Folgen für das öffentliche Interesse gehabt habe, insbesondere weil dadurch verhindert wurde, dass die Bojenabsperrung innerhalb der vorgesehenen Frist installiert werden konnte.
Seit dem 1. Mai
Die Institution erinnerte in ihrem Bericht daran, dass der Vertrag vorsah, dass das Bojenabsperrungssystem ab dem 1. Mai vollständig einsatzbereit sein sollte – zeitgleich mit dem Beginn der Hochsaison.
Die automatische Aussetzung infolge der Einsprüche blockierte jedoch die Vertragsunterzeichnung mit dem beauftragten Unternehmen und ließ die Strände ohne die notwendige Infrastruktur zur Regelung des Bootsverkehrs zurück.
Die Bojenabsperrung erfüllt jeden Sommer eine grundlegende Funktion: die Trennung der Badezonen vom Bootsverkehr, die Abgrenzung von Zugängen für Boote sowie die Gewährleistung eines sicheren Miteinanders zwischen Badegästen und Wassersportaktivitäten. Das Fehlen dieser Signale bei gleichzeitig steigender Besucherzahl verstärkt die Sorge über mögliche Unfälle auf dem Meer.
Die Bewertung eines technischen Kriteriums
Das Unternehmen, das Einspruch eingelegt hat, stellte konkret die Punktzahl infrage, die es in einem der technischen Abschnitte der Ausschreibung erhalten hatte. Die Vergabekommission vergab null Punkte für das Kriterium bezüglich des Zeitplans und des Überwachungsplans des Dienstes.
Der Consell argumentierte, dass das Unternehmen die geforderten operativen Kanäle für Vorfälle, Notfälle oder Reparaturen im Zusammenhang mit dem Vertrag nicht korrekt angegeben habe. Das Unternehmen verteidigte sich damit, dass diese Informationen sehr wohl in den eingereichten Unterlagen enthalten gewesen seien, während die Inselverwaltung der Ansicht war, dass lediglich administrative Daten aufgeführt worden seien und kein operatives System, das an die tatsächlichen Anforderungen des Dienstes angepasst sei.
Diese technische Meinungsverschiedenheit verlagerte sich schließlich auf die juristische Ebene und beeinträchtigte direkt die Inbetriebnahme eines zentralen Dienstes für die Sicherheit der Küste.
Unmittelbare Gefahr für die Sicherheit
Einer der deutlichsten Punkte des an das Gericht übermittelten Berichts war die Warnung vor dem Risiko, die Strände wochenlang ohne Bojenabsperrung zu lassen. Der Consell sprach sogar von einer „unmittelbaren Gefahr für Menschenleben“, die sich aus dem Fehlen der Abgrenzungsbojen ergebe.
Die Inselverwaltung besteht darauf, dass das Allgemeininteresse Vorrang vor dem wirtschaftlichen Interesse des Unternehmens haben müsse, das Einspruch eingelegt hat, und forderte nicht nur die Zurückweisung des Einspruchs, sondern auch die Verhängung einer Geldstrafe zwischen 1.000 und 30.000 Euro.
Mit Stand vom 26. Mai ist die Situation weiterhin nicht endgültig gelöst, und Formentera erlebt einen der heikelsten Saisonstarts der letzten Jahre im Bereich der Küstensicherheit.
Ich bin Ramón Tur, derjenige, der hinter allem steht, was auf dieser Website über Formentera geschrieben und fotografiert wird.
Ich entdeckte die Insel im Jahr 1972, als meine Eltern mich zum ersten Mal auf den Ferienort von Ibiza aus mit dem legendären Joven Dolores brachten, und das war Liebe auf den ersten Blick. Im Laufe der Zeit hat sich diese Liebe verstärkt und Formentera seit vielen Jahren zu meinem Wohnort gemacht.
Wenn Sie möchten, können Sie mir auf dem Instagram-Profil @4mentera.com_ folgen.
