Tragödie auf Formentera
Formentera, 20. Juli 2027
Vor einem Jahr endete ein tragischer Unfall an einem Strand von Formentera mit dem Tod eines erst zwei Monate alten Babys und schweren Verletzungen für ihren Vater. Ein Felssturz überraschte die Familie während eines Urlaubstages am Strand von Es Copinar. Vor wenigen Tagen reichte die Familie eine Klage gegen mehrere öffentliche Institutionen ein und warf ihnen Fahrlässigkeit vor, da sie ein Risiko nicht verhindert hätten, das nach ihrer Aussage bekannt und vermeidbar gewesen sei.
Der Fall hat ein Gerichtsverfahren auf Ibiza ausgelöst, in dem die Eltern, wohnhaft auf Mallorca, als Nebenkläger auftreten. Sie wollen die Umstände aufklären und Verantwortlichkeiten sowohl strafrechtlich als auch verwaltungsrechtlich geltend machen. Dabei werfen sie den zuständigen Küstenverwaltungen Untätigkeit bei der Instandhaltung vor.
Seit dem Unfall bemüht sich die Familie um offizielle Informationen zu dem Vorfall, beklagt jedoch mangelnde institutionelle Kooperation. Sie geben an, nie den technischen Bericht erhalten zu haben, der nach dem Felssturz in Auftrag gegeben wurde, und dass sich keine Behörde mit ihnen in Verbindung gesetzt habe. Die Familie wirft den Behörden vor, lediglich symbolisch reagiert und kein echtes Engagement für die Aufklärung des Geschehens gezeigt zu haben.
Der Unfall ereignete sich am 18. Juli 2024 am Strand von Es Copinar, am Ende von Migjorn, Formentera. Eine mallorquinische Familie verbrachte gerade einen Strandtag, als plötzlich ein Teil der Felsvorsprünge einstürzte. Mehrere große Felsbrocken trafen den Vater und das Baby, die sich direkt darunter befanden. Für das kleine Mädchen war der Aufprall tödlich, der Vater erlitt schwere Verletzungen, die eine Krankenhausbehandlung und Operation erforderlich machten.
In ihrer Klage erklärt die Familie, dass es an der Unglücksstelle keinerlei Warnschilder oder Schutzmaßnahmen gegeben habe – obwohl es nicht der erste Felssturz an diesem Ort gewesen sei. Sie beziehen sich auf frühere Berichte und Aussagen, die bereits vor der Instabilität des Küstenabschnitts gewarnt hätten.
Die betroffenen Behörden – der Consell de Formentera, die Balearen-Regierung und der spanische Staat – werden von der Familie eines mutmaßlich „abnormen Funktionierens des öffentlichen Dienstes“ bezichtigt. Sie hätten es versäumt, angemessene Maßnahmen zum Schutz der Strandbesucher zu ergreifen und offensichtliche Gefahrenzeichen ignoriert.
Seit dem Unfall fordert die Familie immer wieder Auskünfte über das Geschehen. Im März baten sie um Einsicht in den technischen Bericht, der nach dem Felssturz erstellt wurde, sowie in weitere Dokumente zur Instandhaltung und Sicherheit des Strandes. Bis heute, so sagen sie, habe weder der Consell de Formentera geantwortet noch Kontakt aufgenommen.
Sie kritisieren scharf, was sie als rein symbolisches und oberflächliches Verhalten der Behörden empfinden. In ihrer Klage erinnern sie daran, dass der Consell zwar eine Schweigeminute zum Gedenken abgehalten habe, es aber keinerlei echte Unterstützung für die Betroffenen gegeben habe. Dieses Fehlen von Empathie und Zusammenarbeit verschärfe, so die Kläger, den Schmerz des Verlustes.
Neben dem strafrechtlichen Weg hat die Familie auch ein verwaltungsrechtliches Verfahren eingeleitet, um auf zivilrechtlichem Weg Schadenersatzansprüche geltend zu machen. Sie haben das Gericht gebeten, sämtliche relevanten Berichte von der Küstenverwaltung, der Guardia Civil, der Lokalpolizei, der Feuerwehr und dem Gesundheitsdienst anzufordern. So hoffen sie, die Verantwortlichkeiten innerhalb der öffentlichen Instanzen lückenlos klären zu können.
Die Küste von Formentera besteht – wie viele andere Mittelmeerregionen – zu großen Teilen aus Sandstein, einem Gestein, das sich mit der Zeit durch Witterung und Erosion langsam abbaut. Dieser natürliche Prozess formt oft balkonartige Vorsprünge im oberen Bereich und Hohlräume im unteren – die zwar Schatten spenden, aber aufgrund ihrer Fragilität auch ein hohes Risiko darstellen, sowohl für Menschen, die sich darunter als auch darüber aufhalten.
Es ist wichtig zu verstehen, dass geologische Veränderungen langsam, aber stetig voranschreiten. Ein Felsvorsprung, der heute stabil wirkt, kann morgen einstürzen. Die Schönheit dieser Naturorte darf nicht über ihre Zerbrechlichkeit hinwegtäuschen. Viele dieser Küstenabschnitte sind weder beschildert noch gesichert, was das Unfallrisiko insbesondere in der touristischen Hochsaison deutlich erhöht.
Daher empfehle ich allen Besucherinnen und Besuchern Formenteras in diesem Blog, besonders vorsichtig zu sein und sich nicht unter Felsvorsprüngen oder auf erodierten Höhen aufzuhalten. Was wie ein idealer Schattenspender oder Aussichtspunkt wirkt, kann sich in Sekunden in eine tödliche Falle verwandeln. Das Bewusstsein für die Risiken ist der beste Schutz gegen Tragödien wie die, die sich im Juli 2024 am Strand von Es Copinar ereignete.
Ich bin Ramón Tur, derjenige, der hinter allem steht, was auf dieser Website über Formentera geschrieben und fotografiert wird.
Ich entdeckte die Insel im Jahr 1972, als meine Eltern mich zum ersten Mal auf den Ferienort von Ibiza aus mit dem legendären Joven Dolores brachten, und das war Liebe auf den ersten Blick. Im Laufe der Zeit hat sich diese Liebe verstärkt und Formentera seit vielen Jahren zu meinem Wohnort gemacht.
Wenn Sie möchten, können Sie mir auf dem Instagram-Profil @4mentera.com_ folgen.